Presse: Clara Schumann und Kollegen (von Anne Grages – WZ 13.07.2026)

Kennen Sie Komponistinnen? Den meisten fällt nur eine ein: Clara Schumann (1819 - 1896). Als Wunderkind am Klavier wurde Clara Wieck weithin bekannt, vor und nach ihrer Hochzeit mit Robert Schumann füllte sie als Pianistin auch mit ihren eigenen Werken europaweit die Konzertsäle.

Die Kunsthistorikerin Marlene Baum stellte am Freitag in der Bandfabrik nicht nur Clara Schumann selbst überaus anschaulich vor. Sie legte auch ein besonderes Augenmerk darauf, wie intensiv die Künstlerin mit bekannten Kollegen befreundet war und wie sie sie gefördert hat. Denn als Publikumsmagnet konnte sie es sich leisten, deren Werke komplett zu spielen – statt nur die schwungvollen Passagen. 

Ihrem Lebensweg folgte Baum in treffenden Beschreibungen und fein gefundenen Zitaten. Franz Liszt und Felix Mendelssohn Bartholdy lernte sie schon als Kind kennen. Robert Schumann ebenfalls, heimlich verlobt haben sich die beiden 1837, ihre Hochzeit 1840 mussten sie gegen ihren Vater gerichtlich durchsetzen. Mit Johannes Brahms blieb sie bis zu ihrem Tod befreundet. Der gute Kontakt zu den Kollegen schlug sich auch im Schaffen nieder, man zitierte sich gern gegenseitig und in aller Freundschaft. Dies machten der Pianist Igor Parfenov und die Sopranistin Annika Boos mit klug ausgewählten Stücken virtuos hörbar. Ein besonders hübsches Beispiel: Claras Jugendstück „Romance variée“ greift Robert Schumann in einem „Albumblatt“ auf. Das wiederum zitiert Clara in „Variationen über ein Thema von Robert Schuman“. Johannes Brahms mischte sich ebenfalls ein. Ein beglückender Abend. (ang)

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