Vernissage – KLAUS KÜSTER – Fotoscultura • Fotogramm – 22.02.2026
Klaus Küster gehört zu den stillen, aber nachhaltigen Erneuerern der Fotokunst im Bergischen Land. Sein Werk - zwischen technischer Präzision und poetischer Wahrnehmung angesiedelt - zeigt, dass die Fotografie weit mehr sein kann als die bloße Reproduktion von Wirklichkeit. Küster erweitert sie zum plastischen Ereignis, zu einer Kunstform, in der das Bild Raum gewinnt – und zur Fotoscultura wird.
In seinen Arbeiten begegnen sich zwei Pole: Die sensibel beobachtete Oberfläche der Dinge und das neugierige Hinterfragen der Mechanismen des Sehens selbst. Das Fotogramm – von ihm immer wieder aufgegriffen – ist dafür ein Schlüsselmotiv. Es steht für den Wunsch, das Technische zu entkleiden und zum Ursprung des Lichtbildes vorzudringen: Zu einer Spur des Sichtbaren, die ohne Kamera entsteht. Küster interessiert das Zwischenreich – der Moment, in dem Licht auf Materie trifft und eine Form hervorbringt, die sich weder ganz abbilden noch ganz erfinden lässt.
Seine Werke sind Produkte einer wachen Aufmerksamkeit für das Marginale, das oft Übersehene. Sie eröffnen neue Ansichten des Gewohnten, verweisen auf Strukturen, in denen sich Natur und Zivilisation humorvoll durchdringen. Dieses feine Lächeln, das seine Arbeiten begleitet, ist niemals ironisch, sondern Ausdruck eines tiefen Vertrauens in die Kreativität von Ordnung selbst – ob biologisch, technisch oder kulturell.
1941 in Remscheid-Lennep geboren, führte Küsters Weg über eine technische Ausbildung zu Kunststudien in Paris und Wuppertal. Seit 1969 arbeitet er freiberuflich als Grafiker, als bildender Künstler vor allem im Medium der Fotografie. Von 1998 bis 2006 leitete er die Städtische Galerie Remscheid. Seit 1996 ist er Mitglied im Deutschen Werkbund und im Westdeutschen Künstlerbund. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen.
Ausstellungszeitraum: 23. Februar – 24. März 2026